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Bachl, G.: Das flüchtige Nu des Lebens

Eine weiße, nach unten schwebende Feder auf dem dunkelblauen Buchdeckel unterstreicht den Titel dieses Buches sehr eindrücklich. Auf seiner letzten Seite erfährt man mehr über den katholischen Autor, der von 1932-2020 lebte und zuletzt dogmatische Theologie in Salzburg lehrte. Wilhelm Achleitner war sieben Jahre lang sein Assistent. Er wählte die in diesem Buch versammelten meist kurzen theologischen wie auch poetischen Texte zu Gott und der Welt aus. Der älteste der insgesamt 90 Textabschnitte entstand 1966, der jüngste 2017.

Die zehn Kapitel orientieren sich an den Hauptthemen von Gottfried Bachl: Sprache und Ästhetik, zeitgemäßer Glaube und Kirchenverfassung, Erlösung und Schöpfung, Mauthausen und die Letzten Dinge.

Ich las das Buch als evangelischer Theologe. Drei Dinge möchte ich anmerken:
(1) Vieles von dem, was Bachl über katholische Priester schrieb, lässt sich fast nahtlos auf evangelische Pfarrer*innen übertragen.
(2) Und wenn Bachl in einem Interview zur Priesterweihe der Frau 1989 sagte, dass diese Sache "in ein Stadium gekommen ist, in dem es sich nicht mehr durch Direktiven stilllegen lässt" (S. 173 umgestellt), dann kann man da nur zustimmen, muss aber weiterhin auf endgültige kirchenrechtliche Entscheidungen hoffen.
(3) Insgesamt gilt: Je katholischer jemand ist, desto mehr wird er / sie Bachls Gedanken nachvollziehen können. (gm)


Gottfried Bachl
Das flüchtige Nu des Lebens
Ein Gottfried-Bachl-Lesebuch

2024
gebunden
184 S.
22,-- €

Tyrolia-Verlag Innsbruck

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