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Keil/Scherf: Das letzte Tabu

Sterben und Tod werden heutzutage nicht mehr total tot geschwiegen; man redet und schreibt darüber, viel mehr als früher. Aber in genügendem Maße? (vergleiche S. 70) Die australische Schriftstellerin Cory Taylor beispielsweise erfuhr kurz vor ihrem 50.Geburtstag von ihrem Krebs. In ihrem letzten Buch „Sterben. Eine Erfahrung“, das 2016 kurz nach ihrem Tod erschien, setzt sie sich mit ihrem eigenen Tod auseinander.

Das hier anzuzeigende Buch hat natürlich keinen so subjektiven Charakter. Dafür sind Keil und Scherf (zu ihrem Herkommen und Leben siehe S. 17-19) noch zu sehr mitten im Leben stehend. Das 1938 und 1939 geborene Autorenduo beschreibt - so heißt es auf dem Buchumschlag - „ihre persönlichen, bitteren wie tröstlichen Erfahrungen mit dem Tod und dem Umgang mit dem Sterben“. Sie tun dies offen und ehrlich und rufen indirekt zur Besinnung auf (memento mori), und vor allem zu einer Kultur der Zuwendung.

Nach dem gemeinsam verfassten einseitigen Vorwort (S. 7) befragt Uta von Schrenk die beiden im ersten Kapitel (S. 9-33) in einem „Dialog über die Kunst des Abschiednehmens“. Programmatisch sagt der ehemalige Bremer Bürgermeister und Präsident des Bremer Senates: „Wir beide wollen die Mutlosigkeit und die Sinnlosigkeit, die viele in unserem Kulturkreis mit dem Sterben verbinden, aufbrechen und sagen: Es gibt ein Leben im Sterben...“ (S. 11)

Dann folgen vier von Keil (bis 2004 Professorin für Sozial- und Gesundheitswissenschaften) und vier von Scherf (er äußert sich nicht zum ersten Mal zu ´Sterben und Tod´) verantwortete Kapitel. Alle drehen sich um verschiedene Aspekte von Sterben, Tod und Trauer. Sieht man einen Film, bleiben einem in der Regel nur wenige Szenen haften, bei Predigten oder einem Vortrag vielleicht nur ein Satz, von diesem Buch möchte ich mir auf jeden Fall diesen Satz von Keils letztem Beitrag behalten: „Was am Ende zählt, ist Empathie, die Fähigkeit zum Mitgefühl und die Möglichkeit sich auszusprechen und jemandem sein Innerstes anzuvertrauen.“ (S. 228) (gm)

Henning Scherf (Autor), Annelie Keil (Autor)
Das letzte Tabu
Über das Sterben reden und den Abschied leben lernen

2. Auflage 2017
Gebunden mit Schutzumschlag
256 Seiten
ISBN: 978-3-451-34926-3
eBook (EPUB) 14,99 €
Gebundene Ausgabe 19,99 €

Verlag Herder

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Franke, T.: Das Haus der Geschichten Herlyn, O.: Das Vaterunser