Textversion
Kirche Theologie Schriften Religionen Themen Downloads Service Skurriles Suchen
Startseite Service Bücher Buchempfehlungen

Service


Bücher Software Jobangebote Veranstaltungen Suchmaschinen NEWSletter-Archiv RSS-News Über uns Preisrätsel

Buchempfehlungen Zu Advent, Weihnachten, Neujahr Bücher für das WWW Verlage Antiquariate Zeitschriften

Sitemap NEWSletter LINK-Hinweis Disclaimer Datenschutzerklärung Impressum Kontakt Über uns

Knauss, S.: Der Gott der letzten Tage

Die 1944 geborene Sibylle Knauss hat Germanistik, Anglistik und Theologie studiert und war im Schuldienst tätig. 1981 erschien ihr erster Roman. Seitdem schreibt sie hauptberuflich, erfolgreich und preisgekrönt.

In diesem, ihrem neuesten Roman, geht es um die letzten Lebensphase eines 66jährigen Pfarrers im Krankenhaus. Dieser wacht nach dreitägigem Koma wieder auf. „Es war sonst nicht ganz wie bei Jesus. Kein Kreuz. Keine Grabkammer. Kein Engel, der einen Stein hinwegwälzte. Keine fassungslosen Frauen.“ So, mit einer biblischen Anspielung, fängt der Roman auf S. 7 an. Viele Bibelzitate werden folgen, frömmlerisch-pietistisch klingende Sätze auch. Mir war es zu viel des Guten. Wer da ein ausgeprägtes Aber hat, der / die greife besser nicht zu diesem Buch. Und: wie wahrscheinlich ist es, dass ein Schwerkranker die 21 Kapitel des Johannesevangeliums hören will? Glaubwürdiger sind die Dialogpassagen mit Gott, die an Don Camillo erinnern.

Bei Guareschi sind sie eher kurz und oft humoristisch geprägt, beim sterbenskranken Pfarrer geht es jedoch um die Bilanz seines gelebtes Leben, um seinen Pfarrdienst, vor allem jedoch um Beziehungen, um seine geschiedene Frau und ihre drei gemeinsamen Kinder - und um Christina, seine Geliebte. Diese Beziehungs-Partien sind die bewegendsten und nachdenklichsten. Dann aber auch ganz Elementares: Der Moribunde will (weiter) leben. “Die alte Gier erwacht in ihm. Leben. Dasein. Dableiben. Nie genug haben. Es ist erstaunlich, wie sie auch in seinem sterbenden Körper lebendig ist, die Gier, die ihn einst zum starken Raucher gemacht hat und zum Konsumenten von Alkohol.“ (S. 65)

Insgesamt gesehen also - in einer immer a-religiöser werdenden Welt (vergleiche S. 77f) - kein gewöhnliches Sterbebuch. Seine Stärken liegen in den Schilderungen eines zu Ende gehenden Lebens, etwas abgeschwächt auch in den Dimensionen von glauben, lieben und hoffen. Unwillkürlich fragt man sich: wie stark wird mein Glaube in meiner letzten Lebensphase sein? Was erhoffe ich mir am Ende (noch)? Wie werde ich auf meine Liebes-Versuche zurückblicken? (gm)

Sibylle Knauss
Der Gott der letzten Tage
Roman

2017, 184 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-86351-440-2
€ [D] 20,– / [A] 20,60

Verlag Klöpfer & Meyer

Druckbare Version

Harari, Y. N.: Homo Deus Frings, T.: Aus, Amen, Ende?