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Das Geheimnis der Klostermauern

Schützen Klostermauern vor frühem Tod?

Hinter Klostermauern eingesperrt zu sein, zusammen mit dem eigenen Geschlecht, Tag und Nacht nur im Gebet versunken, dem Leben der Welt entzogen und dazu noch auf Besitz und Sexualität verzichten - das soll der Schlüssel zu Glück und langem Leben sein? Das ist nicht die Antwort katholischer Theologen oder neuer Werbestrategen im Vatikan, sondern Ergebnis zweier wissenschaftlicher Studien.

Eine von ihnen hat Marc Luy verfasst, Juniorprofessor an der Universität Rostock und – wie er sich selbst bezeichnet – „Sterblichkeitsforscher“. Welchen Einfluss hat eigentlich das abgeschottete Klosterleben auf die Gesundheit und auf die Lebensspanne der Nonnen und Mönche? Als er sich vor Jahren erstmals dieser Frage widmete, existierten weltweit kaum aussagekräftige Studien dazu. Also beschloss Luy, selbst aktiv zu werden. Das war die Geburtsstunde seiner „Klosterstudie“, die später in Fachkreisen noch für Aufsehen sorgen sollte.

... Zur gleichen Zeit gelang es auch US-Altersforschern Zugang zu einem Kloster zu bekommen. Die „Katholischen Schwestern von Notre Dame“, ein Orden aus Kentucky, erlaubten den Wissenschaftlern, sogenannte post-mortem-Untersuchungen an ihren Gehirnen. Wenn eine Nonne starb, durften die Forscher ihr Gehirn auf Anzeichen einer Demenzerkrankung untersuchen. Gleichzeitig führte man zu Lebzeiten der Nonnen kognitive Tests mit den Schwestern aus. Insgesamt über 600 Nonnen zwischen 76 und 107 Jahren standen dem Forscher fortan zur Verfügung – ein einzigartiges Studienkollektiv.

Und tatsächlich konnten sie Merkwürdiges entdecken: Schwester Matthia zum Beispiel leistete mit 104 Jahren immer noch ihr tägliches Arbeitspensum, schien geistig rege und wach. Als sie mit 105 starb, zeigte ihr Gehirn allerdings schon deutliche Spuren von Alzheimer – ohne dass man ihr zu Lebzeiten etwas angemerkt hätte. War das Klosterleben eine Art Bremse für die Demenz? ...

Mittlerweile war auch Marc Luy fündig geworden: Aus Sterbetafeln konnte er zum Beispiel die Lebenserwartung von Mönchen und Nonnen errechnen. Und das Ergebnis überraschte die Fachwelt: Innerhalb von Klostermauern werden Männer fast 5 Jahre älter als die Geschlechtsgenossen im „wirklichen Leben“. Sie erreichen annähernd die Lebenserwartung von Frauen. Nonnen wiederum werden kaum älter als Frauen außerhalb der Klöster.

Luy beendete damit eine Debatte, die schon lange in der Wissenschaft geführt wurde: Warum sterben Männer Jahre früher als Frauen? Bis zur Klosterstudie galten vor allem biologische Faktoren als ausschlaggebend, wie die angeblich schützenden weiblichen Hormone. Doch Luys Klosterdaten widerlegen dies: Der Lebensstil muss für das vorzeitige Ableben der Männer verantwortlich sein: zu viel Stress, Alkohol oder schlechte Ernährung.
Aber auch Nonnen sterben anders: Zwar ist Krebs bei ihnen ebenso häufig wie bei anderen Frauen, nur bekommen sie andere Arten: Brustkrebs ist deutlich häufiger, ein Beweis mehr, dass offenbar das Stillen die Brust schützt. Gebärmutterhalskrebs ist dagegen hinter Klostermauern fast unbekannt, denn durch Sexualverkehr übertragene Viren scheiden als Verursacher weitgehend aus.

Insgesamt aber zeigen sowohl die Klosterstudie von Marc Luy, als auch die der US-Forscher:
Unter den besonderen Bedingungen des Klosterlebens - strenge Rituale, Verzicht auf irdische Exzesse, tägliche Konzentration auf Glaube und Arbeit bis ins hohe Alter – leben die Menschen besonders gesund.

Nonnen und Mönche scheinen geradezu eine Immunität gegen viele typische Alterskrankheiten zu entwickeln. Vielleicht würde es sich auch außerhalb von Klostermauern lohnen, diesem Phänomen noch weiter auf den Grund zu gehen.

Quelle: WDR
Weitere Informationen: http://www.klosterstudie.de

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