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REVEAL-Studie von Willow Creek

Die Willow Creek Community Church im Nordwesten von Chicago hat im Jahr 2004 eine Untersuchung begonnen, deren Ergebnisse die gesamte bisherige Gemeindearbeit auf den Kopf gestellt haben. Willow hatte großes Wachstum erlebt – viele Menschen sind in den vergangenen Jahren zum Glauben gekommen. Nun wollte die Leitung der Gemeinde wissen, ob Willow auch in die Tiefe gewachsen ist.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Willow Creek sein Handeln überwiegend anhand von Zahlen überprüft. Wie viele Menschen kommen in den Gottesdienst? Wie viele Menschen lassen sich taufen? Wie viele besuchen die Kleingruppen? Wie viele arbeiten in der Gemeinde mit? Wie viele engagieren sich in der Arbeit für die Armen? Hinter der Frage „Wie viele“ verbarg sich die Annahme: wenn Menschen an den Programmen und Angeboten unserer Gemeinde mitmachen, werden sie dadurch wachsen. Wer regelmäßig Gottes Wort hört, wer Gemeinschaft mit anderen Christen erlebt, wer seine Gaben einsetzt, usw. der wird wachsen. Schwachpunkt dieser These: Sie war eben nur das – eine These, eine ungeprüfte Theorie! Also entschloss sich die Gemeindeleitung, eine gründliche qualitative Analyse durchzuführen.

In mehren Hundert qualitativen Interviews und mehreren Tausend Befragungen der Gemeindebesucher versuchte Willow zunächst einen Ansatzpunkt zu gewinnen, um das Unmessbare greifbar zu machen. In Anschluss daran entwickelten sie einen Fragebogen, der zunächst in der Gemeinde und sechs weiteren, später in 30 und dann noch mal in etwa 200 Gemeinden weltweit eingesetzt wurde. Die Ergebnisse waren erstaunlich!

Wichtigste Erkenntnis der ersten Phase: Willows These, dass geistliches Wachstum durch Teilnahme an gemeindlichen Veranstaltungen geschieht, konnte nicht bestätigt werden. Die Studie, mittlerweile unter dem Namen REVEAL bekannt geworden, zeigte keinen signifikanten Zusammenhang zwischen Teilnahme an Gemeindeaktivitäten und geistlichem Standpunkt der Personen. Das Menschen Jesus ähnlicher werden, wurde durch andere Faktoren begünstigt.

Eine zweite Erkenntnis: Die Untersuchung förderte eine Art geistliches Kontinuum zutage. Menschen konnten aufgrund der Antworten, die sie gegeben hatten, zu bestimmten Gruppen zusammengefasst werden und zwar insgesamt 4 Hauptgruppen und zwei Ergänzungsgruppen...

Was können wir nun für den deutschsprachigen Kontext aus der REVEAL-Studie lernen?

Dies kann und soll hier nicht erschöpfend beantwortet werden. Aber REVEAL wirft eine Reihe interessanter Fragen auf:

1. Entdecken wir auch in unseren Gemeinden ein solches geistliches Kontinuum – inklusive der beiden Sondergruppen? Und wenn ja, wie stellen wir uns mit den Angeboten auf diese Menschen ein?

2. Ist es für unsere Gemeinden ein erklärtes Ziel, möglichst vielen Menschen zu helfen, „Christuszentriert“ zu leben? Würden wir unser eigenes Lebensziel so beschreiben?

3. Wie viel Gedanken verwenden wir neben all den Planungen für Evangelisationen, Gottesdiensten und Gruppenleben auf die Frage des Geistlichen Wachstums?

4. Wie gehen wir mit Menschen um, die in ihrer Entwicklung stecken geblieben sind? Wie holen wir sie zurück aufs Spielfeld?

5. Wir gelingt es, den „Frustrierten“ zu vermitteln, dass sie selbst Verantwortung für ihr „Futter“ übernehmen müssen? Und wie unterstützen wir als Gemeinde diese Menschen am besten?


Mehr zu der REVEAL-Studie und den Ergebnissen finden sie in dem Buch „PRÜFEN“ – zu beziehen unter www.willow-shop.de.

Der Autor Jörg Ahlbrecht arbeitet für Willow Creek Deutschland und lebt mit seiner Familie in Weimar (Lahn).

Quelle:
http://netzwerk.kirchenreform.net/reveal-studie.html

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