Adventskalender

Der Adventskalender ist ursprünglich dafür gedacht, insbesondere Kinder auf das Weihnachtsfest hinzuführen. Während die Motive des Bildhintergrundes und die Herstellungs- weise wechseln, bleibt die Anzahl der Kästchen, hinter deren aufklappbaren Türchen sich Bilder oder kleine Überraschungen verbergen, mit 24 konstant. Dies entspricht den Tagen vom 1. Dezember bis Heiligen Abend.

Zunächst war der Adventskalender vor allem Zählhilfe und Zeitmesser. Die eigentlichen Ursprünge lassen sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen; der erste selbstgebastelte Adventskalender stammt vermutlich aus dem Jahr 1851. Die ersten Formen kamen aus dem protestantischen Umfeld. So hängten religiöse Familien nach und nach 24 Bilder an die Wand.
Einfacher war eine Variante mit 24 an die Wand oder Tür gemalten Kreidestrichen, bei der die Kinder täglich einen Strich wegwischen durften. Oder es wurden Strohhalme in eine Krippe gelegt, für jeden Tag einer, bis zum Heiligen Abend. Weitere Formen waren die Weihnachtsuhr oder eine Adventskerze, die jeden Tag bis zur nächsten Markierung abgebrannt wurde. Diese Variante war besonders während der Zeit des Nationalsozialismus als Ersatzform des gebräuchlichen Adventskalenders verbreite

In dem Roman „Die Buddenbrooks“ erzählt Thomas Mann wie der kleine Hanno „das Nahen der unvergleichlichen Zeit“ noch auf einem Abreißkalender verfolgt, den die Kinderfrau gebastelt hat.

1902 veröffentlichte die Evangelische Buchhandlung in Hamburg den ersten gedruckten Kalender in Form einer Weihnachtsuhr für Kinder mit den Zahlen 13 bis 24 auf dem Zifferblatt. Ab 1922 erschienen Weihnachts- bzw. Adventsuhren mit 24 Feldern.

Gerhard Lang druckte 1903/04 in München den ersten Adventskalender. Der Kalender bestand aus einem Bogen mit vierundzwanzig Bildern zum Ausschneiden und einem Bogen mit ebenso vielen Feldern zum Aufkleben. Die Kinder durften in der Adventszeit jeden Tag ein Bild ausschneiden und in einer der Felder kleben. Bis in die 30er Jahre brachte die lithografische Anstalt (Reinhold & Lang) in München die kunstreichsten und fantasievollsten Adventskalender hinaus.
Die Idee bekam Lang durch seine Mutter, welche ihm in der Vorweihnachtszeit vierundzwanzig Gebäckstücke ("Wibele") auf einen Karton nähte und ihm erlaubte ab dem ersten Dezember jeden Tag eines zu essen. Lang stellte auch eine Art Schokoladen-Adventskalender her, nämlich das "Christkindleinhaus zum Füllen mit Schokolade".

Innerhalb weniger Jahre wurden dann solche Kalender populär. Nach 1920 fand er auch international Anerkennung. Von Beginn an war der Adventskalender als Handelsartikel entworfen und kommerziell genutzt. Diese kommerzielle Auslegung führt dazu, dass christliche Motive ganz in den Hintergrund treten und Comicfiguren an deren Stelle treten. Im Zuge der Kulturpolitik im Dritten Reich, ersetzte man die christlichen Motive durch Märchenfiguren, die germanisch-mythische Götter und Dämonen versinnbildlichen sollten.

Der weltgrößte freistehende Adventskalender mit 857 qm; steht in Leipzig im Böttchergässchen. Die Kalendertüren sind drei mal zwei Meter groß und werden täglich geöffnet.

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