Heiden-Malus?!

In Österreich wird über einen sogenannten „Heiden-Malus“ diskutiert. Nicht-Christen sollten für Arbeit an kirchlichen Feiertagen keine Zuschläge mehr erhalten, - denn schließlich sei es ja für sie kein kirchlicher Feiertag.

Dies hat der Obmann der Sparte „Handwerk und Gewerbe“ der steirischen Wirtschaftskammer, Hermann Talowski (Graz), vorgeschlagen. Er empfinde es als ungerecht, dass Firmen konfessionslosen Mitarbeitern an kirchlichen Feiertagen Zuschläge von bis zu 200 Prozent des normalen Arbeitsentgelts zahlen müssten, sagte er der Grazer Zeitung „Woche“. In der zentralen Wirtschaftskammer Österreichs stoße Talowskis Vorschlag auf „grundsätzliches Verständnis“, berichtet das Wiener Blatt „Die Presse“. Der Lohndruck laste bereits sehr stark besonders auf kleinen Betrieben. Allerdings sieht der Vizeabteilungsvorstand für Sozialpolitik, Rolf Gleißner, erhebliche politische und rechtliche Hürden bei der Umsetzung voraus.

Hingegen spricht der Vorsitzende der Produktionsgewerkschaft PRO-GE, Rainer Wimmer, von einem „absurden Lohnkürzungsvorschlag“. Eine Abschaffung des Feiertagszuschlags für Konfessionslose komme nicht in Frage. Feiertage gelten aus Gewerkschaftssicht für alle, ob katholisch, evangelisch oder ungläubig.

Von den 8,4 Millionen Einwohnern Österreichs ist annähernd jeder vierte konfessionslos. 5,6 Millionen sind Katholiken. Rund 350.000 Muslime bilden die zweitgrößte Religionsgemeinschaft. Die evangelische Kirche hat knapp 330.000 Mitglieder.

Quelle: idea (Juli 2011)

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