Luther-Schriften im UNESCO-Weltdokumentenerbe

Luther-Schriften ins UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen

Die UNESCO hat insgesamt 14 Manuskripte, Briefe und Originaldrucke des Wittenberger Reformators Martin Luther in die Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes "Memory of the World" aufgenommen. Darunter befindet sich auch einer der wenigen erhaltenen Plakatdrucke seiner berühmt gewordenen 95 Thesen, die Luther der Überlieferung nach 1517 an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg schlug. In Wittenberg fand die Übergabe der Urkunden durch die UNESCO an die elf deutschen Bibliotheken statt, in denen die überaus wertvollen und einzigartigen Dokumente verwahrt werden.

"Durch die Aufnahme in die UNESCO-Liste zählen Luthers Schriften nun auch offiziell zum kulturellen Gedächtnis der gesamten Menschheit. Mit Blick auf das Reformationsjubiläum im nächsten Jahr bekommt diese Würdigung durch die UNESCO besonderes Gewicht. Maßgeblichen Anteil daran hat das von Bund und Ländern gemeinsam geförderte Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz. Aufbauend auf exzellenter Forschungsarbeit zur Religionsgeschichte Europas im 16. Jahrhundert wurde dort gemeinsam mit weiteren renommierten internationalen Lutherforschern das Nominierungsdossier an die UNESCO vorbereitet und formuliert", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka im Vorfeld der Urkundenübergabe.

Über den Erfolg freut sich das Institut für Europäische Geschichte (IEG) jetzt gemeinsam mit den Archiven und Bibliotheken in Berlin, Dessau, Dresden, Gotha, Heidelberg, Jena, Weimar, Wittenberg, Wolfenbüttel und Worms. Die wertvollen Originale bleiben dort weiter verwahrt und werden als besondere Schätze gehütet. Mit Aufnahme in das UNESCO-Weltdokumentenerbe ist zugleich die Verpflichtung verbunden, den weltweiten Zugang zu den historisch einzigartigen Dokumenten zu ermöglichen, beispielsweise durch Digitalisierung der Texte. Hierüber werden auch für die Forschung neue Impulse gesetzt, das Erbe Luthers zu erschließen.

Das IEG in Mainz ist ein außeruniversitäres Forschungsinstitut und seit 2012 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Rund 45 Mitarbeiter forschen dort zu den historischen Grundlagen Europas von der Frühen Neuzeit bis in unsere Gegenwart. Leitthema ist der Umgang mit Differenz. In drei Forschungsbereichen werden Formen der Etablierung, Bewältigung und Ermöglichung von Andersartigkeit und Ungleichheit in ihren religiösen, kulturellen, politischen und sozialen Dimensionen interdisziplinär untersucht.

16.03.2016 [Pressemitteilung 031/2016]


Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.unesco.de/kommunikation/2015/weltdokumentenerbe-2015.html
http://www.ieg-mainz.de/memory-of-the-world

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