Illouz, E.: Wa(h)re Gefühle

Der Buchtitel „Wa(h)re Gefühle“ bringt in zwei Worten zum Ausdruck, was der schweizer Pfarrer und Schriftsteller Kurt Marti (1921-2017) in einem seiner Aphorismen so sagte: „Die Ware Weihnacht ist nicht die wahre Weihnacht.“ Ob Lang- oder Kurzform, immer geht es um den Zusammenhang von Ware und Gefühlen, also um die Wertigkeit, die mit bestimmten geistigen oder realen Produkten verbunden werden. Zwei Beispiele dafür sind Werbeslogans wie „Zeit für Gefühle“, „Aus Freude am Fahren“ (vergleiche S. 2).

In drei Teilen (I: „Die Befreiung des Selbst. Emotionale Erlebnisse und Stimmungen“; II: „Das Ideal der Intimität: Beziehungsgefühle“; III: „Das Ideal der geistigen Gesundheit und der Selbstverbesserung. Emotionale Selbstüberwachung als Ware“) wird in acht Beiträgen von insgesamt neun Beitragenden (sie sind S. 331f gelistet) auf sehr hohem, sprich wissenschaftlichem Niveau, dazu gehandelt. S. 294-330 steht eine ausführliche, oft englischsprachige „Bibliographie“. Denn das Buch wurzelt im Institut für Soziologie der Universität in Jerusalem/Israel.

Laut Verlagsinformationen sollte das Buch bereits 2017 erscheinen. Nun erschien es 2018, sehr gut passend zum Karl-Marx-Gedenkjahr (Geburt am 5.5.1818 in Trier). Jährlich wiederkehrend ist die Ware / wahre Weihnacht. (gm)


Eva Illouz (Hg.)
Wa(h)re Gefühle
Authentizität im Konsumkapitalismus

2018
Taschenbuch 332 S.
22,-- €

Suhrkamp



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