Seit ewigen Zeiten und immer wieder fragt der Mensch „Was / Wer bin ich?“; 2013 erschienen (von Georg Brunold gesammelt und herausgegeben) unter dem Titel „Nichts als der Mensch“ fast 800 Seiten – so die Worte des Untertitels - „Beobachtungen und Spekulationen“. Für Juden und Christen anthropologisch fundamental ist die Rede von der Gottesebenbildlichkeit der Menschen. Bild Gottes ist für den Heidelberger Senior- Systematiker allerdings nichts mehr als ein Sammelwort für das weite Feld der Anthropologie. Denn es geht ihm um das Ganze des Menschseins - in der heutigen Zeit.
Dies zeigt besonders die erste (I) der sechs in diesem Buch veröffentlichten Gifford-Vorlesungen. Zentral bezieht sich Welker auf Hannah Arendt. Er macht jedoch auch im (Spitzen-)Sport und der weltweiten Kinderarmut die Abgründe menschlicher Existenz aus. Diese sind die Folie der weiteren Themen der Vorlesungen: der menschliche und der göttliche Geist (II), Gerechtigkeit (III), Freiheit (IV), Wahrheit (V) und Friede (VI).
Bei jedem dieser individuell und/oder sozial wichtigen Begriffe versucht Welker, nicht nur den theologischen Gehalt hervorzustellen. Er rekurriert sehr stark aufs allgemein Menschliche (Naturrecht) und – das ist seine Stärke - die philosophischen, naturwissenschaftlichen und anderen interdisziplinären Beiträge. (gm)
Michael Welker Zum Bild Gottes Eine Anthropologie des Geistes
2., korr. Aufl. 2021 120 Seiten | 14 x 21 cm Paperback WGS 2542 ISBN 978-3-374-07043-5 20,--€
Evangelische Verlagsanstalt Leipzig
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