Höffe, O.: Der Weltbürger aus Königsberg

Ohne Kant (geboren am 22.4.1724) hätte es keine Aufklärung gegeben. Mit deshalb ist er für nicht wenige der wichtigste und bedeutsamste aller Philosophen. So übersteigert würde Höffe, emeritierter Professor für Philosophie an der Universität Tübingen und ausgewiesener Kant-Kenner, nicht urteilen. Aber im Vorwort bekennt er sich zu seinem Protagonisten und schreibt am Ende seines Vorwortes: „bis heute haben Kants Theorieprojekte und deren Begriffe und Argumente weder ihre Überzeugungskraft noch ihr Provokationspotential verloren.“ (S. 16, grammatikalisch angepasst)

Nach einem einführenden ersten Kapitel orientiert sich Höffe an Kants berühmten vier Fragen (in Klammern was Höffe darin behandelt): Was kann ich wissen? (Theoretische Philosophie), Was soll ich tun? (Moral und Recht); Was darf ich hoffen? (Geschichte, höchstes Gut, Religion) und: Was ist der Mensch? (Kants Anthropologie). Daran schließen sich das letzte Kapitel „Zweckdenken“ und „(K)ein Schlusswort“ an. Dessen letzter Satz ist folgendes kurze Wort Friedrich Hölderlins: „Kant musst Du studieren, und wenn Du nicht mehr Geld hättest, um eine Lampe und Öl zu kaufen, und nicht mehr Zeit als von Mitternacht bis zum Hahnenschrei.“

Nicht unwichtig sind diese Schlussbemerkungen:
(1) Höffe zitiert sehr häufig aus Kants Schriften. Man wird reichlichst belohnt, wenn man Kant und seinen Interpreten Höffe liest.
(2) Sehr hilfreich ist das Sachregister und die von Höffe genannte Literatur. (gm)


Otfried Höffe
Der Weltbürger aus Königsberg
Immanuel Kant heute. Person und Werk

2023
gebunden
399 S.
34,-- €

Verlagshaus Römerweg Wiesbaden

Krug, N.: Im Krieg
Pawellek, L.: Die letzten Stimmen des Holocaust