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Hüther, G.: Würde

Der 1951 geborene Autor ist sowohl der scientific community der Gehirnbiologen, als auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Hüther hat nämlich die Gabe, wissenschaftliche Erkenntnisse und Ergebnisse allgemeinverständlich, sehr bilderreich und praxisnah darzustellen. Doch dieses Buch – so merkt man wohltuend bei der Lektüre und liest man am Ende in der Dankadresse (S. 187-189) „habe ich nicht als wissenschaftliches Sachbuch konzipiert.“ Es ist auch persönlich geschrieben, enthält keine einzige Anmerkung und auch keine Literaturhinweise. Es ist ein langer, inhaltsreicher und lesenswerter Essay zur menschlichen Würde.

Hüthers Perspektive ist naturwissenschaftlich; er beleuchtet das Thema Menschenwürde mit Hilfe der „neueren Erkenntnisse der Hirnforschung, der Entwicklungspsychologie und der Komplexitätswissenschaften“ (S. 20). Im einleitenden Kapitel (S. 9-22) steckt er den Rahmen ab. Zehn Fragen bilden die Überschriften zu den zehn Sachkapiteln. Anstatt diese einfach aufzuzählen, möchte ich die folgenden fünf Informationen und Leseeindrücke mitteilen.

- Auf S. 5 steht als Motto: „Verletzt nicht jeder, der die Würde eines anderen Menschen verletzt, in Wirklichkeit seine eigene Würde.“ Dieser elementare Zusammenhang zieht sich wie ein roter Faden durch Hüthers Buch.

- Wolfgang Huber beginnt seinen Lexikonartikel „M.rechte/M.würde“ in der TRE (22,577) mit dem Satz: „Der massive Verstoß totalitärer und autoritärer Regime gegen elementare Gebote der Humanität hat im 20.Jh. die Menschenrechte zu einem zentralen Thema der Rechtsentwicklung, des politischen Handelns wie der ethischen Orientierung gemacht.“ Dazu passt Hüthers erstes Kapitel „Geht es noch würdeloser?“.

- Der Begriff der Würde ist – wenigstens in der Schweiz - auch in rechtlichen Festlegungen keineswegs auf den Menschen beschränkt. Auch Tieren wird eine Würde zugesprochen, ja noch mehr: an einigen Stellen verschiedener Gesetze ist von der „Würde der Kreatur“ die Rede, also im Sinne Albert Schweitzers Diktum: „Wir leben inmitten von Leben, das leben will.“ Dieser Aspekt ist nicht ausgeführt.

- S. 47-68 erzählt Hüther in einem „hastigen Ritt“ (S. 62) vom Ursprung und der Geschichte der Menschenwürde. Die biblische Tradition (Hüther nennt Gen 1, nicht jedoch Ps 8) hat darin ihren Platz.

- Das letzte Kapitel spricht in der Überschrift ein in den letzten Jahren viel diskutiertes Thema an: das menschenwürdige Sterben. Inhaltlich verbleibt Hüther jedoch beim menschenwürdigen Leben vor dem Sterben. Leider. (gm)


Gerald Hüther
Würde. Was uns stark macht – als Einzelne und als Gesellschaft

2018
gebunden
189 S.
20,-- €

Knaus-Verlag München

Druckbare Version

Repp, M.: Der eine Gott und die anderen Götter Schönian, V.: Halleluja