Karwoche - Karsamstag
Karsamstag im Lied
Ein altes Kirchenlied besingt den heilgeschichtlichen Hintergrund des Karsamstags:
„Ach, so ist denn Jesus tot
nach so vieler Qual und Not!
Ohne Schönheit und Gestalt
liegt im Grabe starr und kalt
Jesus, der Gekreuzigte!
Seele, sieh den Bräutigam,
der zu dir vom Himmel kam,
der dich liebte bis ins Grab,
dir sein Blut und Leben gab,
Jesus, der Gekreuzigte!
Denke, was sein Herz empfand,
als die letzte Kraft ihm schwand,
als er dürstend, lechzend hing
und im Sterben dich umfing,
Jesus, der Gekreuzigte!
Nun aus stiller Grabesruh
ruft dir seine Liebe zu:
Bis zum Tode sei getreu,
daß dich ewig einst erfreu
Jesus, der Gekreuzigte!
Engel, kommt und weint mit mir!
All mein Leben ruhet hier.
Schließt mich in die Wunden ein,
meine Liebe bleibt allein,
Jesus, der Gekreuzigte.
Auferstehn, ja, Auferstehn,
ewger Liebe Wiedersehn!
Dieser Hoffnung festes Band
reicht im Grab zum Unterpfand
Jesus, der Gekreuzigte.
(Exsultemus Domino. Katholische Kirchengesänge)
Sterben in der Mystik
Die Mystiker aller Zeiten haben - wie z.B. Angelus Silesius (1624 - 1677) - lebenslänglich eine „ars moriendi , die „Kunst des (richtigen) Sterbens entwickelt und gewusst, dass „Nichts lebt ohne Sterben :
„Gott selber, wenn er dir will leben, muß er sterben!
Wie denkst du ohne Tod sein Leben zu ererben?
(Cherubinischer Wandersmann)
Der eigene Tod ist unausweichlich, jeder steht mit einem Fuß schon in seinem Grab. Silesius vermag auch dies zu verinnerlichen, wenn er über „Die ewige Ruhestätte schreibt:
„Es mag ein andrer sich um sein Begräbnis kränken
Und seinen Madensack mit stolzem Bau bedenken!
Ich sorge nicht dafür: mein Grab, mein Fels und Schrein,
In dem ich ewig ruh, solls Herze Jesu sein.
(Cherubinischer Wandersmann)