Beinert, Wolfgang: Zum Beispiel Christentum
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Beinert, Wolfgang: Zum Beispiel Christentum
Es gab schon immer Hilfen zum Verständnis des christlichen Glaubens und dazu, im Alltag als Christ*in zu leben. Das begann bereits in den neutestamentlichen Schriften. Dieses neue Buch des emeritierten katholischen Regensburger Theologieprofessors Beinert gehört dazu. Fünffach möchte ich es vorstellen.
1 Nicht den ganzen Inhalt, aber wesentliche Teile seiner Ausführungen verdankt Beinert Jugendlichen; vergleiche die erste von insgesamt zehn komprimierten Infotafeln S. 10f.. Dies zeigt die Nähe des Autors zum alltäglichen Leben. Positiv gesagt: Beinert redet nicht ex cathedra, sondern in der Freiheit eines mit- und nachdenkenden katholischen Theologen.
2 Protestantische, freikirchliche der gar pfingstkirchliche Leser*innen werden je nach dem eigenen Situiertsein an der einen oder anderen Stelle unbefriedigt sein. Freikirchen werden nur ein einziges Mal – im Zusammenhang der Taufe. Ich als evangelischer Theologe zum Beispiel finde es schade, dass Martin Luther und die Reformation zwar insgesamt - wenn ich recht zählte – elfmal genannt werden, jedoch keine echte Auseinandersetzung stattfindet, auch nicht über die neuesten, viel positiveren Einschätzungen berichtet wird.
3 Beinert sieht die hochkritische Lage vieler Kirchen in der Gegenwart mMn zu wenig. Er nennt zwar einige Male Daten und auf S. 216 ein einziges Mal die letzte Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU; jedoch nicht mit dem korrekten Datum 2023, sondern fälschlicherweise mit 2025; bezeichnenderweise taucht das Stichwort KMU auch nicht im Register auf). „Die Mehrheit der Deutschen hat mit Religion nur mehr wenig am Hut.“ Mit diesem lapidaren Satz wurde sie in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorgestellt.
4 Drei formale, jedoch nicht unwichtige Dinge: a) Das Druckbild ist leider etwas klein geraten. b) Ein ausführliches Register auf den Seiten 321-327 hilft, das Buch zu erschließen; ein Bibelstellenregister vermisste ich. c) Dass Register jedoch rein elektronisch entstehen, das ist zu kritisieren. Denn dann wird zwar nichts vergessen, aber es kommt oft und öfter zu zwar vollständigen, aber sinnlosen Aufzählungen. Was zum Beispiel ist der Sinn, die Einträge „Bischof“ und „Bischöfen“ zu trennen? Positiv gesagt: Verlage müssen von jedem Autor und jeder Autorin verlangen, selbstverantwortlich ein qualifiziertes Register zu erstellen.
5 Am Ende des Vorwortes sagt Beinert seine ureigene positive Überzeugung: „Das Christentum ist in seiner Grundgestalt und in seinen fundamentalen Anliegen ein Mittel zum Leben.“ (S. 11 umgestellt) Dieser Grundsatz wird im 18., dem letzten, kurzen Kapitel auf den Seiten 317-319 - das Buch zusammenfassend - ausgeführt. Da stimmt jeder Chistenmensch gerne zu. (gm)
Wolfgang Beinert
Zum Beispiel Christentum
Basics für ein sinnerfülltes Leben
2026
kartoniert
327 S.
26,-- €
Verlag Pustet